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Alpine Slope-Running: Warum ich meinen Grödelrun jetzt neu definiere

Wer meinen Blog schon länger verfolgt, weiß: Ich bin ein absoluter Fan davon, die Laufschuhe auch dann nicht in den Schrank zu stellen, wenn die Trails unter einer dicken Schneeschicht verschwinden. Bisher habe ich diese Leidenschaft immer als Grödelrun bezeichnet. Doch während ich in den letzten Wintern immer öfter auf den Skipisten unterwegs war, ist mir klar geworden: Das, was wir da machen, ist mehr als nur ein Lauf mit Spikes. Es ist eine eigenständige, hochperformante Disziplin. Deshalb wird es Zeit für ein Upgrade – sowohl im Namen als auch im Spirit. Willkommen beim Alpine Slope-Running.


Auch im Tiefschnee großartig
Auch im Tiefschnee großartig

Von der Nische zum Trend: Die Evolution des Grödelruns

Warum der Namenswechsel? Alpine Slope-Running beschreibt präzise, worum es geht: Die sportliche Eroberung der Skipisten (Slopes) im alpinen Raum. Während der Begriff Grödelrun sehr auf das Material fokussiert war, rückt beim Slope-Running die athletische Herausforderung und die Umgebung in den Vordergrund. Es ist die direkteste Form des Pisten-Uphills. In einer Zeit, in der Skitourengehen auf der Piste zum Massenphänomen geworden ist, bietet das Laufen bergauf eine leichtere, schnellere und oft intensivere Alternative.


Die unschlagbaren Vorteile gegenüber dem klassischen Skitouring

Sicher, das Gleiten auf Tourenski hat seinen Reiz. Doch wenn wir uns die nackten Fakten anschauen, punktet das Slope-Running in Bereichen, die für ambitionierte Sportler entscheidend sind. Das Gewicht am Fuß ist bei Laufschuhen mit Microspikes nur ein Bruchteil dessen, was ein Tourenski inklusive Bindung und Fell wiegt. Diese Leichtigkeit ermöglicht eine völlig andere Dynamik. Anstatt gegen den Widerstand des Schnees und des Materials zu arbeiten, nutzt du beim Laufen deinen natürlichen Bewegungsablauf. Das Ergebnis ist eine deutlich höhere Herzfrequenz bei gleichzeitig geringerer mechanischer Belastung durch schwere Ausrüstung. Zudem entfällt die oft zeitfressende Vorbereitung. Keine Felle, die bei Kälte nicht kleben, kein Wachsen – einfach anziehen und loslaufen.


Snowline Spikes pro an meinen Laufschuhen
Snowline Spikes pro an meinen Laufschuhen

Die Technik des Aufstiegs: Grip ist alles

Beim Alpine Slope-Running auf präparierten Pisten ist der Untergrund oft extrem kompakt oder sogar vereist. Normale Trailrunning-Schuhe stoßen hier sofort an ihre Grenzen. Um die Kraft effizient auf den Boden zu bringen, sind hochwertige Traktionshilfen unverzichtbar.

Ich persönlich verlasse mich seit Jahren auf die Ketten-Grödel von Snowline. Der Grund ist simpel: Die Konstruktion bietet die nötige Stabilität, um auch bei steilen Uphills nicht wegzurutschen. Wichtig ist beim Kauf, dass die Zacken aus gehärtetem Edelstahl bestehen, damit sie auf dem harten Kunstschnee der Pisten nicht stumpf werden. Ein guter Sitz am Schuh ist essenziell, damit bei der Abstoßbewegung keine Scherkräfte entstehen, die zu Blasen oder Instabilität führen könnten. Wer einmal den Unterschied zwischen billigen Gummispikes und profi-tauglichen Ketten-Grödeln gespürt hat, weiß, warum Qualität hier über Sicherheit entscheidet.


Sicherheit am Berg: Verhaltensregeln auf der Piste

Das Laufen auf der Skipiste erfordert ein hohes Maß an Eigenverantwortung. Wir bewegen uns in einem Raum, der primär für Skifahrer konzipiert wurde. Um die Akzeptanz unserer Sportart zu fördern und Unfälle zu vermeiden, sind klare Regeln einzuhalten.

Der Aufstieg erfolgt ausnahmslos am äußersten Pistenrand, bestenfals sogar an Randzeiten. Das Queren der Piste sollte nur an übersichtlichen Stellen erfolgen. Besonders kritisch ist die Sichtbarkeit. Da Slope-Running oft eine perfekte After-Work-Aktivität ist, ist eine Stirnlampe und absolute Pflicht.

Ein oft unterschätztes Risiko sind Pistenraupen. Viele Skigebiete nutzen Windenseile, die über hunderte Meter gespannt sein können. Diese Seile sind im Halbdunkel nahezu unsichtbar und können beim Straffen zur tödlichen Falle werden. Informiere dich daher immer über die offiziellen Pisten-Sperrzeiten deines Skigebiets. Wichtig: Wenn die Piste zur Präparierung gesperrt ist, habe wir dort nichts zu suchen!


Downhill - der Spaß nach dem harten Aufstieg
Downhill - der Spaß nach dem harten Aufstieg

Der Flow im Downhill: Warum der Pistenrand der bessere Trail ist

Einer der größten Mythen ist, dass das Bergablaufen auf Schnee die Gelenke zerstört. Das Gegenteil ist der Fall, wenn man das richtige Timing nutzt. Am frühen Abend, wenn die Skifahrer bereits im Tal sind, aber die Pistenpräparierung noch nicht begonnen hat, findet man am Pistenrand oft sulzigen oder losen Schnee.

Dieser Untergrund bietet eine natürliche Dämpfung, die jedem Asphaltlauf überlegen ist. In Kombination mit stabilen Grödeln kannst du hier eine Technik entwickeln, die dem Surfen ähnelt. Kleine, schnelle Schritte im weichen Schnee am Rand der Piste ermöglichen einen extrem kontrollierten und schnellen Abstieg. Es ist dieser Flow am Ende eines harten Uphills, der das Alpine Slope-Running so süchtig macht.


Die Piste gehört uns

Egal ob du es früher Grödelrun genannt hast oder jetzt als Alpine Slope-Running bezeichnest – das Gefühl bleibt dasselbe. Es ist die Freiheit, den Berg aus eigener Kraft und mit minimalem Materialeinsatz zu bezwingen. Wenn du diesen Winter eine neue Herausforderung suchst, lass die Ski stehen und schnapp dir deine Laufschuhe. Die Piste wartet auf dich.



Slope-Running vs. Pisten-Skitour: Der direkte Vergleich

Feature

Skitour (Piste)

Alpine Slope-Running

Materialkosten

Hoch (€ 1.000+)

Gering (Schuhe + € 50 für Snowline)

Vorbereitung

Aufwendig (Fellen, Wachsen)

Minimal (Anziehen & Los)

Trainingseffekt

Hoch (Gleitbewegung)

Maximal (aktiver Abdruck, HIIT-Potential)

Gewicht am Fuß

Ca. 2-4 kg

Ca. 400-600 g

Spaßfaktor

Hoch bei der Abfahrt

Hoch durch Leichtigkeit & Agilität

Werde Teil der Bewegung: Dein Weg zum Alpine Slope-Running

Ich will diesen Sport groß machen – und dafür brauche ich dich! Alpine Slope-Running lebt von der Community und dem Austausch über die besten Routen und Bedingungen.

So kannst du mitmachen:

  • Tracke deine Runs: Wenn du das nächste Mal die Piste im Laufschritt bezwingst, nenne deine Aktivität auf Strava oder Garmin Connect ganz bewusst Alpine Slope-Running. Lass uns gemeinsam zeigen, wie viele wir bereits sind!

  • Teile deine Erfahrung: Hast du schon ein Lieblingsgebiet für den Pisten-Uphill entdeckt? Schreib es mir unten in die Kommentare! Ich freue mich über jeden Geheimtipp zum perfekten Pistenrand-Downhill.

  • Spread the word: Wenn dir dieser Guide geholfen hat, teile den Beitrag mit deinen Lauf-Buddies oder in deinen Trailrunning-Gruppen. Je mehr wir sind, desto eher wird dieser Sport als feste Größe im Winter anerkannt.

Lass uns die Pisten diesen Winter gemeinsam neu definieren. Wir sehen uns auf Strava unter dem Hashtag #alpinesloperunning!

 
 
 

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